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Leben in der Ordensschule
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Kalixtus



Inscrit le: 24 Fév 2013
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MessagePosté le: Ven Jan 13, 2017 6:56 pm    Sujet du message: Répondre en citant

Ich werde alt Noah. Im Alter geht es den Menschen entweder immer gut oder immer schlecht.

Ich glaube mir geht es dann immer besonders gut, wenn ich gebraucht werde. Noch ist dem so und darum geht es mir gut
. Sanft blickte er den Spanier an und ein warmes Lächeln zeigte sich auf den Lippen des Erzbischofs.

Wir können Dinge ganz unterschiedlich verarbeiten. Viele tun es gar nicht, weil sie sich nicht mit der Vergangenheit oder der Zukunft auseinandersetzen wollen, weil sie sich fürchten.

Viele tun es dann doch und zeigen dabei unbeschreiblich viel Mut. Es kostet Mut sich jenen Dingen zu stellen, die zu verarbeiten sind. Doch am Ende, wenn das Werk getan ist, blicken wir zurück und sehen, dass wir ein anderer geworden sind. Ein besserer, weil wir etwas gewagt haben, etwas begonnen und beendet haben und weil wir bereit waren dafür etwas zu riskieren. Wir wachsen, wenn wir streben.

Das ist das wunderbare am Mensch sein. Es unterscheidet uns von den Tieren und Pflanzen. Diese wachsen um Erwachsen zu werden - haben sie diesen Punkt erreicht hört das Wachstum auf. Sie handeln dann nach dem was sie können.

Der Mensch jedoch will mehr - man könnte sagen, er beginnt seine Reise erst, wenn er Erwachsen ist. Dadurch hat er aber, so fürchte ich, nie genug Zeit die kleinen Dinge zu betrachten. Es empfiehlt sich hin und wieder sich dieser Dinge bewusst zu werden auf der Reise die wir tun.

Aber du hast mich sicher nicht eingeladen, damit wir über Transzendenz sprechen.

Was hast du auf dem Herzen, Noah?

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Noah



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MessagePosté le: Sam Jan 14, 2017 3:46 am    Sujet du message: Répondre en citant

Noah blickte zu dem Bischof, dann blickte er an ihm vorbei, während er erzählte und schaute sich die Umgebung an. Sein Gesichtsausdruck sagte nichts aus, ausser höchstens totale Tiefenentspannung und Ausgeglichenheit.

So entstand das Leid der Dämonenprinzen nicht wahr?
Von Gier getrieben und niemals genug bekommen, entstanden die 7 Untugenden.
Der Zorn, weil man erzürnt darüber ist, wenn man etwas nicht bekommen kann, was man unbedingt haben oder erreichen will.
Die Völlerei, weil man glaubt, man könne nicht genug bekommen oder man bekäme es nie wieder. Das kann man ja aufs Essen beziehen, aber auch auf andere Dinge.
Der Geiz weil man nichts von dem mehr abgeben will, was man sich durch seine Gier erarbeitet oder erstohlen hat und es dann nicht teilen will.
Der Neid weil man dem Anderen vergönnt, was man selber haben will.
Der Hochmut weil man in seiner Gier der Meinung ist, man könne alles erreichen, selbst das Unerreichbare. Dafür erklimmt man Berge, wo es kein Herauf gibt und wunder sich dann, dass man nieder fällt.
Die Wollust die der Gier nach dem Bedürfnis nach Liebe über den Kopf steigt und sie auch vergessen lässt, wen oder was sie vor sich haben.
Und zu guter Letzt die Trägheit die einem in seinem Dasein erstarren lässt und das Endresultat von Übermaß und überzogener Gier ist."


Noah ging dann rüber zu der Statue rüber, die nur 2-3 Schritte von den Herren entfernt war. Während des nächsten Abschnitts drehte er sich immer mal um und gestikulierte, was er erzählte. Doch dann schaute er sich die Statue genauer an und feilte mit den Fingern über eine Stelle, wo ihm was auffiel. Währenddessen erzählte er aber weiter.

"Ehrgeiz ist gesund, solange wir Michaels Geschichte folgen und Demut vor dem haben, was wir können und nicht können. Denn Demut erzeugt Besonnenheit und Besonnenheit bringt einen an die Ausgangsposition, etwas riskieren zu können. Das führt zur Zufriedenheit und wenn man sich dann noch eingesteht: "Das habe ich toll gemacht, jetzt muss ich erstmal Ruhe walten lassen." Zeigt man Bescheidenheit und Genugtuung.

Spätestens dann darf man auch mal auf der Bank sitzen und sich das betrachten, was man geschaffen hat.
Man darf zufrieden sein, euer Hochwürden."


Noah winkte dann aber auch ab.

"Ihr könnt ruhig jederzeit mit mir über Sylphael philosophieren, wie sie möchten eure glückselige Hochwürdhaftigkeit. Doch lassen sie den Spruch über ihr Alter weg, das wiederspricht sich.
Doch wo wir gerade dabei sind.
Ich bin gerade mit dem Lernen fertig, aber will den Modus noch nicht verlassen. So erhoffe ich um ihre ach so alten und grauen Zellen, sie mit mir zu teilen, bevor ihr das nicht mehr könnt. Denn ich möchte mich der Gunst der Theologie hingeben, euer Hochwürden."


Die Frage war ernst gemeint, dennoch kam der 35 jährige Holzfäller und Bildhauer Diakon nicht drum herum, sich um den Herren ein wenig lustig zu machen, weil er aktuell sich in seiner Theologie und Ethikfrage gehen ließ. Doch am meisten amüsierte ihn der Anfang seiner Ansprache, dass er alt würde.
Sein Gesichtsausdruck, samt seinem Blick aus dem Blickwinkel sagte dies gleichzeitig aus.
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Kalixtus



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MessagePosté le: Sam Jan 14, 2017 9:01 am    Sujet du message: Répondre en citant

Kalixtus lachte etwas was er äußerst selten tat. So lebensfroh, dass das Medaillon auf seiner Brust tanzte.

Dein Wunsch kann ich erfüllen. Meine Hallen stehen dir für den Unterricht offen. Melde dich einfach in den Kerkern und wir werden dort beginnen dich in der Theologie zu unterweisen, mein Freund.

Was das mit dem Alter angeht. Ich rate immer dazu sich nicht an der Oberfläche täuschen zu lassen. Manche schreiben mir ein gar unaristotelisch langes Leben zu. Aber so ist es wohl mit all jenen die viel Wissen in sich vereint haben, man wird irgendwann wegen selbiges gefürchtet und dann verehrt ehe man sich nicht mehr an einem erinnert.


Kalixtus grinste und während er dies tat dachte er über die Worte nach, die Noah sprach.

Nun in der Welt, wie der Unsrigen ist alles in Bewegung. Kein Wesen kann aus den Kreisläufen entfliehen - auch wir Menschen nicht. Auf dem Leben folgt der Tod und auf Sünde die Beichte und Reue nur um manches Mal wieder in der Sünde zu münden.

Ich verurteile das nicht. Wir Menschen sind Sünder und den Einflüsterungen stets offen. Ich sehe nur in wenigen Menschen den Ansatz um Heilig zu werden. Die Sünden sind ein steter Bestandteil unseres Lebens - sich ihnen bewusst zu sein ist ein Teil unserer Aufgabe. Wir regen zur Reflexion an, während unserer Predigten und Gespräche. Wir sind das Leuchtfeuer auf dem Pfad der Tugend. Wenngleich wir wohl auch am ehesten wissen, was die Dunkelheit ist. Denn wer das Licht studiert, vermag auch die Schatten zu sehen - die ebenfalls Teil unserer Welt sind.

Alles lebt in diesem empfindlichen Kreislauf der Dinge - wer strebsam und reflektiert ist, vermag den richtigen Kurs zu wählen und tugendhaft am Ende das ersehnte solare Paradies erreichen.

Für all den Anderen aber besteht immer auch Hoffnung, selbst für jene die so weit in die Dunkelheit vorgedrungen sind, dass wir ihr Lebenslicht nur noch sehr schwach sehen können. Doch auch die kleinsten Sterne am Himmel vermögen zum Mindest mich immer noch zu erstaunen. Wir dürfen sie nicht aus dem Blick verlieren.

Es ist darum wichtig diesen Details gegenüber offen zu sein. Wer nur die Oberfläche sieht, dem entgeht die Tiefe und die eigentliche Welt hinter den Fassaden.


Sanft lachte der Mentor und dachte, dass er ja nun schon wieder Wissen vermittelt hatte ohne das er es wirklich beabsichtigt hatte. Er zu sein hieß halt auch immer zu lehren.

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Noah



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MessagePosté le: Sam Jan 14, 2017 5:05 pm    Sujet du message: Répondre en citant

"Sehr weise, alter Mann. Es freut und ehrt mich jeden Falls, dass ihr meinem Wunsch frönt und mich unterrichten wollt und werdet."

Auch Noah lächelte dann ausnahmsweise mal, da ihm aktuell eigentlich nicht zu Mute danach ist. Doch war er gewisse Dinge bereits gewohnt und dazu gehörte leider der Tot.

"Habt dank Kalixtus, Bischof von Mainz. Wir werden den aristotelischen Glauben in Mainz wieder präsent machen und für jedes kleine Licht die Sonne sein, die aus jedem kleinen Individuum eine große Erscheinung macht. Sie sollen an sich, an den Menschen und an unseren gemeinsamen Gott glauben."

Er hatte sich derweil von seiner Puppe gelöst und stand nun mit gekreuzten Händen hinterm Rücken vor Kalixtus. Sein Blick wanderte durch den ganzen Garten.
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Kalixtus



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MessagePosté le: Mar Jan 31, 2017 1:16 am    Sujet du message: Répondre en citant

Davon bin ich sehr überzeugt mein Lieber. Ich werde das nicht alleine schaffen, aber mit der Hilfe tatkräftiger Hände und kluger Köpfer vermögen wir das wohl zu leisten und darauf freue ich mich durchaus.

Kalixtus erhob sich lächelnd und führte den Schüler ins Gebäude. Sie würden sich im Klassenzimmer treffen doch er würde vorher noch im Lehrerzimmer die Unterlagen holen. Natürlich hatte er gehofft, dass Noah sich für diesen Weg entscheiden würde. Das Studium war die höchste Kunst und man muss als Theologe immer streben ob man nun die Weihe erhält oder nicht. Am Ende ist das Wissen aber Gold wert und das wusste Noah sehr wohl wie Kalixtus, so erinnerte er ihn erneut ein wenig an sich selbst. Was ihm ein gutes Gefühl gab.

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Kettlin



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MessagePosté le: Dim Mar 05, 2017 8:05 pm    Sujet du message: Répondre en citant

Kettlin war lange nicht hier, und doch liebt sie diesen Ort. Wo sie selber Schülerin war, und nun solche unterrichten durfte.
Sie hatte sich, auf Bitte von Tallon, vor langer Zeit schon zur Aufgabe gemacht, dass die Gartenanlage schön gestaltet wurde.
Und sich auch immer wieder um deren Pflege gekümmert. Nun sah sie nach was sie im beginnenden Frühling so tun konnte.
Ob schon etwas von den Frühlingsblühern zu sehen war, von denen sie vorsorglich letztes Jahr Zwiebelchen vergraben hatte.
Es gab aber auch einen kleinen Wintergarten, wo nicht nur Stecklinge gezogen wurden, sondern auch diverse Kräuter.
Herrlich war es hier, sie genoss diese Ruhe und den milden Duft. Sich Gottes Schöpfung so intensiv zu widmen gab ihr Kraft und Zuversicht.
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